Vorlass Julian Schutting
Bestand
Vorlass Julian Schutting
Zeitraum: ab 1953
Der Vorlass Julian Schutting wurde 2016 übernommen, es folgten mehrere Nachlieferungen.
Die Kategorie „Werk“ umfasst Werkmanuskripte in unterschiedlichen Ausführungen und Entstehungsstufen, Notizen sowie die tagebuchartigen Aufzeichnungen, die Schutting selbst als „Tageshefte“ oder „Datierte Blätter“ bezeichnet. Neben einigen sehr frühen Texten beinhaltet der Bestand nur wenig Textmaterial aus den 1970er und 80er Jahren, der Großteil stammt aus der Zeit nach 2000. Ebenfalls dem Werk zugerechnet wird der fotografische Vorlass Julian Schuttings, eine Sammlung an Fotografien von ca. 1995–2010 (1882 Fotos), der bereits zur Gänze digitalisiert wurde. Der Umfang der Korrespondenz beschränkt sich auf zwei Archivboxen (365 Stück). Darunter befinden sich Briefe von Hilde Spiel, Friederike Mayröcker, Heidi Pataki, Gertrud Fussenegger, Kardinal Groër und Jochen Jung. Unter den Lebensdokumenten befindet sich neben zwei Reisepässen und persönlichen Unterlagen auch eine kleine Sammlung an Kurzbiographien sowie mehrere Boxen mit Fotografien. In den Bereich der Sammlungen fallen Veröffentlichungsbelege, vor allem der unselbstständig publizierten Texte, Übersetzungen, Rezensionen, Vertonungen sowie eine Sammlung an Programmheften und Veranstaltungsfotos.
Zur Recherche in diesem Bestand stehen Listen zur Verfügung, die auf Anfrage zugesendet werden können.
Biografie & Werk
Julian Schutting wurde am 25.10.1937 in Amstetten (Niederösterreich) geboren. Im Alter von 15 Jahren wechselte er vom lokalen Gymnasium in die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt nach Wien, um dort eine fotografische Ausbildung zu absolvieren. Darauf folgte ein Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, das er 1963 mit einer Dissertation im Fach Geschichte abschloss. Über 20 Jahre lang war Schutting an einer Höheren technischen Lehranstalt in Wien als Lehrer tätig (1965–1987). Ab 1999 hielt er Workshops an der schule für dichtung in Wien.
Schuttings öffentliche Präsenz als Schriftsteller (bis zur Geschlechtsanpassung im Jahr 1989 unter dem Vornamen Jutta) setzte in den frühen 1970er Jahren ein. Seit 1973 publizierte Julian Schutting über 50 Werke, vorwiegend Lyrik und Prosa, aber auch Theaterstücke, Hörspiele und Poetikvorlesungen. Ein präziser, mitunter spielerischer Umgang mit Sprache, sprachkritische Analysen und genaue Beobachtungen und eine dezidiert antierzählerische Position prägen seine Texte bis heute.
Julian Schutting lebt als freier Schriftsteller in Wien.
Preise und Auszeichnungen:
2022 H. C. Artmann-Preis
2015 Gert-Jonke-Preis
2013 Biennaler Buchpreis der Salzburger Wirtschaft
1997 Ehrenzeichen in Gold für Verdienste um das Land Wien
1989 Georg-Trakl-Preis für Lyrik des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1988 Würdigungspreis des Landes Niederösterreich
1983 Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie
1981 Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur
1974 Kulturpreis der Stadt Amstetten
1974 Förderungspreis der Stadt Wien
1973 Förderungspreis des Landes Niederösterreich
1971 Österreichischer Förderungspreis für Literatur in der Sparte „Lyrik“