Humor prägt unseren Alltag und sagt viel über gesellschaftliche Werte, Normen und Machtverhältnisse aus. Dennoch werden humoristische Literatur und Kabarett in der Forschung bislang kaum beachtet.
Mario Huber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Archiv der Zeitgenossen, widmet sich dieser Forschungslücke und untersucht ab Jänner 2027 im Rahmen des FWF-ESPRIT-Projekts „Das Kabarett als soziale und mediale Praxis“ die Bedeutung der komischen Kulturform. Das Forschungsprojekt untersucht die Entwicklung des österreichischen Kabaretts von 1955 bis 2000. Im Fokus stehen mediale Veränderungen, diskursive Praktiken und die Öffnung hin zu feministischem Humor. Anhand von unterschiedlichen Archivmaterialen wird die Anpassungsfähigkeit des Kabaretts an Herausforderungen der Zeit herausgearbeitet.
Im Wissenschaftsblog der Österreichischen Universitätenkonferenz Schrödingers Katze berichtet Mario Huber im Beitrag „Humor sagt viel über uns“ über das Forschen zu Komik, Humor und Kabarett. Humor kann sowohl bestehende Machtstrukturen bestätigen als auch kritisch hinterfragen und Gemeinschaft stiften. Das zeigen auch aktuelle Entwicklungen im österreichischen Kabarett: mehr Diversität auf und hinter der Bühne, Einflüsse von Stand-up-Comedy sowie neue Karrierewege über Social Media. Gerade weil Humor solche politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen sichtbar macht, verdient er mehr Aufmerksamkeit in der Forschung.
Auf queere künstlerische Positionen in Kabarett, Comedy und Performance Studies geht ein von Mario Huber konzipierter interdisziplinärer Workshop „Queerness und Humor“ ein, der am 11.11.2026 an der Universität für Weiterbildung Krems stattfindet. Als Rahmenprogramm stehen am Vorabend unter dem Titel „Bühne ohne Schubladen“ Auftritte der Comedians Christina Kiesler, Sebastian Humi und Kaisa Schmoan im Kino im Kesselhaus mit anschließendem Künstler:innengespräch am Programm.
>> FWF-ESPRIT-Projekt „Das Kabarett als soziale und mediale Praxis“
>> Wissenschaftsblog Schrödingers Katze
>> 10.11.2026: „Bühne ohne Schubladen"
>> 11.11.2026: Workshop „Queerness und Humor”