Bühne ohne Schubladen

Der Gegensatz von Mann und Frau in einer heteronormativen Paarbeziehung gehört zum Standardrepertoire der komischen Bühnenkunst. Dabei türmen sich Klischeebilder über Stereotype und Vorurteile. Auch anno 2026 konstruieren viele Kabarettist:innen und Comedians noch vermeintliche Eindeutigkeiten über das Männliche und das Weibliche zur Belustigung des geneigten Publikums. Abseits dieser ausgetretenen Wege finden aber mittlerweile viele weitere Lebensrealitäten auf der Bühne statt, die offenere Vorstellungen von sexueller Orientierung, gelebter Geschlechtlichkeit sowie von Beziehungskonstruktionen präsentieren. Wie komisch das sein kann, zeigt der Abend „Bühne ohne Schubladen“.

Unter diesem Titel laden das Archiv der Zeitgenossen, die Stabsstelle für Gleichstellung, Gender und Diversität und die Hochschüler:innenschaft an der Universität für Weiterbildung Krems (ÖH-UWK) zu einem queeren Comedy-Abend mit den Comedians Christina Kiesler, Sebastian Humi und Kaiser Schmoan. Im Kino im Kesselhaus am Campus Krems bieten die drei Comedians Ausschnitte aus ihren aktuellen Bühnenprogrammen und bestreiten im Anschluss mit Mario Huber eine Gesprächsrunde zum Thema Queerness, Humor und Bildung.

Die Veranstaltung ist der Auftakt zum wissenschaftlichen Workshop „Queerness und Humor", der am 11.11.2026 stattfindet und internationale Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen vereint.

Eintritt frei Anmeldung/Platzreservierung über die Stabsstelle Gleichstellung, Gender und Diversität der Universität für Weiterbildung Krems unter: katerina.ivanoc@donau-uni.ac.at

Kurzbios der Künstler:innen:

Christina Kiesler, geboren in Niederösterreich, absolvierte, bevor es sie ins Genre Kabarett spülte, ganz klassisch eine Ausbildung an einer Schauspielschule in Wien, weil ihre Eltern meinten: „Lern amal was Gscheit’s.“ Was sie nicht wusste, war, dass die Eltern eher sowas wie ein Lehramts- oder Medizinstudium meinten.
Im März 2024 war es dann so weit: Das erste Soloprogramm mit dem Titel „Nachspielzeit“ wurde geboren. Kiesler verbindet in diesem Programm ihre größten Leidenschaften: Fußball und Bühne. Weil, wenn Kiesler nicht auf der Bühne der nächstbesten Wuchtel nachjagt, macht sie das bei Dynama Donau am linken Außenflügel.
„Nachspielzeit”, ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kabarett Förderpreis, ist ein neunzigminütiges Supermatch zwischen Kiesler und dem Publikum, ganz nach dem Motto: FLACH spielen – HOCH gewinnen.

Kaisa Schmoan ist die selbsternannte Lieblingsnachspeise deiner Lieblingsnachspeise. Sie macht die Bühnen Österreichs nicht nur mit einer Mischung aus 'cunt & camp' unsicher, sondern brilliert auch mit ihrer Liebe zur Stand-up Comedy. Spaß und Entertainment stehen bei ihr an oberster Stelle, denn sie versteht, was es bedeutet, sich nicht zu ernst zu nehmen. Herrlich deppert und so richtig österreichisch eben.

Sebastian Humi, ein gebürtiger Araber, der in Oberösterreich aufgewachsen ist und in Linz, Salzburg und Graz gelebt hat, bringt seine einzigartige Perspektive auf die Comedy-Bühnen Wiens. Jetzt wohnhaft in der österreichischen Hauptstadt, hostet er die Show „Queer Comedy Boom", mit der er queer-feministische Kunst fördert. Sebastians Comedy-Set „Arabisch – Katholisch – Schwul: Das zerrissene Kind" ist eine humorvolle Reise durch seine Erfahrungen als arabischstämmiger, katholisch aufgewachsener und sehr homosexueller Mann.
Geboren 1990, teilt er auf unterhaltsame Weise seine Erlebnisse und Herausforderungen, sich in der österreichischen Gesellschaft zu integrieren. Sein Humor entführt das Publikum in seine Familienwelt und beleuchtet mit scharfsinnigem Witz die kulturellen und sozialen Eigenheiten seines Lebens. Dabei erhebt er nie den Anspruch, sich selbst als witzig zu bezeichnen – das überlässt er seinem Publikum.

Uhr
Kino im Kesselhaus
Dr. Karl-Dorrek-Str. 30
3500 Krems
https://www.kinoimkesselhaus.at

Sebastian-Humi (c) Sandro Humi-Wagner, Christina-Kiesler (c) Andrea Hausmann, Kaisa Schmoan (c) Sandro Humi-Wagner