Publikationen Literaturedition Niederösterreich
Helmut Neundlinger, Gerhard Ruiss (Hg.): Alfred Komarek. Die Äußerlichkeiten sind also vom Tisch. Texte aus nah und fern mit Illustrationen von Renate Stockreiter. Literaturedition Niederösterreich 2025. 300 Seiten, Hardcover. ISBN 978-3-902717-85-6.
Alfred Komarek (1945–2024) wurde einem breiten Publikum durch die Krimis rund um den melancholischen Weinviertler Gendarmerieinspektor Simon Polt bekannt. Als Autor verfügte er über eine lange und bunte Vorgeschichte als Reise- und Radiofeuilletonist, Werbe- und Schlagertexter. Im Mai 2024 wurde der literarische Nachlass Alfred Komareks vom Archiv der Zeitgenossen übernommen.
Der Band „Die Äußerlichkeiten sind also vom Tisch“ versammelt Texte, die er in den 1980ern und 1990ern für Magazine, Zeitschriften und Kunstperiodika verfasste. Die Auswahl zeigt Komarek in seiner Bandbreite als Erzähler vielfältigster Wirklichkeiten: Über Stadt, Land, Straße, Fluss und Meer nimmt er Orte und Menschen in den Blick und berichtet ebenso unaufgeregt wie gewitzt über die schönen Eigenarten des Alltäglichen.
Helmut Neundlinger, Michael Stiller (Hg.): Zu Gast im Dichterhabitat. W. H. Auden weiterschreiben. Mit Zeichnungen von Katya Slonova. Literaturedition Niederösterreich 2024. 200 Seiten, Hardcover. ISBN 978-3-902717-77-1.
Zitate aus W. H. Audens in Kirchstetten verfassten Gedichten bilden den Ausgangspunkt für diese Publikation: Acht Dichterinnen und Dichter erhielten ausgewählte Passagen, verbunden mit dem Auftrag, mit diesem Material weiterzuarbeiten.
Wie wirkt Audens Lyrik auf seine poetischen Nachfahren? Welche Formen ästhetischer Resonanz entstehen zwischen der Sprache des toten Dichters und der eigenen? Wie lässt sich Audens mit seinem Haus und der Umgebung von Kirchstetten verbundene Poetik des „Habitats“ vergegenwärtigen? Auszüge aus Audens Gedichtzyklus Thanksgiving for a Habitat, der den einzelnen Räumen seines Hauses in Kirchstetten gewidmet ist, bildeten die Basis für die Weiterdichtungen der in diesem Band versammelten Beiträge.
Gedichte von Christoph W. Bauer, Ann Cotten, Natascha Gangl, Abraham Gragera, Anja Golob, Armin Senser, Julian Schutting, Raphael Urweider und einem einleitenden Essay von Ferdinand Schmatz.
Hanna Prandstätter, Stefan Maurer (Hg.): Verschachtelt und (v)erschlossen. Gefühlserkundungen im Archiv. Literaturedition Niederösterreich 2023. 180 Seiten, Klappenbroschur. ISBN 978-3-902717-73-3.
Liebesbriefe, Schimpftiraden, Haarlocken, Nackt- und Röntgenbilder – in den Vor- und Nachlässen von Künstler:innen befinden sich die intimsten und privatesten Materialien. Diese emotional aufgeladenen Objekte werden in den Archiven verwahrt, bearbeitet und erforscht. Obwohl mit dem Begriff „Archiv“ im öffentlichen Bewusstsein oftmals nüchterne Verwaltung, verstaubte Regalreihen oder historische Schriftstücke assoziiert werden, sind es von Gefühlen durchdrungene Orte. Wie ist mit den emotional besetzten Dokumenten und Gegenständen in Archiven umzugehen? Wie können berechtigte Interessen der Öffentlichkeit und zugleich die Integrität der Bestandsbildner:innen gewahrt werden? Im vorliegenden, reich bebilderten Band werden diese verschachtelten und (v)erschlossenen Gefühle von sachkundigen Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen österreichischen Kulturarchiven gehoben, erkundet und dargestellt.
Mit Beiträgen von Lisa Erlenbusch, Marlene Himmer, Mario Huber, Gerhard Hubmann, Ingrid Fürhapter, Karl Hohensinner, Elmar Lenhart, Maria Piok, Hanna Prandstätter, Susanne Rettenwander, Gundula Wilscher, Lina Maria Zangerl, Clemens Zoidl und Veronika Zwerger.
Helmut Neundlinger, Julia Stattin, Katharina Strasser und Fermin Suter (Hg.) mit Fotografien von Klaus Pichler: Hier ist Literatur! Reisen zu literarischen Erinnerungsorten in Niederösterreich, Literaturedition Niederösterreich 2022. Klappenbroschur, 536 Seiten, ISBN 978-3-902717-65-8.
In „Hier ist Literatur!“ werden wir von namhaften österreichischen Autor*innen der Gegenwart zu einer Reise in die Vergangenheit und zu einer Erkundungstour an die bedeutendsten Orte des literarischen Schaffens eingeladen. Die Reiseberichte zu den Erinnerungsorten sind selbst zutiefst literarische Annäherungen an die geisterhafte Präsenz großer Literatur in Niederösterreich und höchst lebendige Vergegenwärtigungen eines kulturellen Erbes, das sich in diesem Text- und Bildband als „jederzeit besuchsfähig“ (H. v. Doderer) erweist.
Mit Beiträgen von Xaver Bayer, Raphaela Edelbauer, Simone Hirth, Andreas Jungwirth, Gertraud Klemm, Ana Marwan, Mieze Medusa, Hanno Millesi, Margit Mössmer, Helmut Peschina, Ferdinand Schmatz, Michael Stavarič, Jana Volkmann, Magda Woitzuck, Michael Ziegelwagner und über 220 Fotografien von Klaus Pichler.
Christian Teissl (Hg.), Flügelhornblasen gegen den Wien. Gesammelte Gedichte von Alfred Gesswein. Literaturedition Niederösterreich 2021. 850 Seiten, Hardcover. ISBN 978-3-902717-55-9.
Alfred Gesswein (1911–1983) ist ein stiller Gigant der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Nur wenige Werke kommen dem seinen an Vielfalt und Entwicklungsfähigkeit gleich. Schon in den frühen Versuchen aus den 1930er Jahren zeichnet sich jene zurückhaltende Virtuosität ab, die sich durch sämtliche Werkphasen ziehen wird: von der impressionistisch geprägten Naturlyrik über gesellschaftskritisch orientierte Poesie bis hin zu dem an H. C. Artmann gemahnenden schwarzen Humor der Dialektgedichte.
Der Nachlass Gessweins machte es möglich, das bislang wenig beachtete Werk des Dichters in seiner Fülle zu sichten und zu rekonstruieren. Der in Graz lebende Germanist Christian Teissl erarbeitete auf dieser Basis die erste umfassende Edition der poetischen Werke Gessweins. Ergänzt wird der umfangreiche Band um eine Auswahl aus dem graphischen Werk Gessweins, das sich ebenfalls im Nachlass befindet.
Helmut Neundlinger, Fermin Suter (Hg.): Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein. Ilse Helbich. Schreiben im Gegenwartszustand, Literaturedition Niederösterreich 2019. Broschur, 256 Seiten. ISBN 978-3-902717-51-1.
„Es ist, wie wenn man in einem unendlichen Meer schwimmt, weit weg eine Insel sieht und mit aller Kraft versucht, sie zu erreichen, gleichzeitig zieht einen die Strömung langsam von der Insel weg zurück. Ob es nicht das Bessere wäre, sich der Strömung einfach zu überlassen?“
Nach dem Erscheinen ihres Lyrikbandes Im Gehen (2017) hatte Ilse Helbich verkündet, von nun an literarisch schweigen zu wollen. Zugleich übergab die Autorin ihren literarischen Vorlass an die Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich. Die Aufarbeitung von Ilse Helbichs Archiv förderte Erstaunliches zutage: Spuren und Dokumente zu Schreibprojekten, die Helbich seit den 1970ern betrieb und die sich als poetischer Steinbruch dessen entpuppten, was seit der Veröffentlichung ihres Debütromans Schwalbenschrift (2003) als „Helbich-Stil“ die zeitgenössische Literatur auf so einzigartige Weise bereichert. Der vorliegende Band präsentiert eine Auswahl an Kurzprosa- und Feuilleton-Stücken, ergänzt um Originalbeiträge sowie Interviews, Rezensionen und Preisreden zu Ilse Helbichs Leben und Werk.
Mit Beiträgen von Ursula Baatz, Rainer Götz, Julia Kospach und Fermin Suter.
Helmut Neundlinger (Hg.): Thanksgiving für ein Habitat. W. H. Auden in Kirchstetten. Audens Gedichtzyklus neu übertragen von Uljana Wolf. Mit einem Fotoessay von Carmen Osowski. Literaturedition Niederösterreich 2018. 256 Seiten, Broschur. ISBN 978-3-902717-44-3.
Die vorliegende Publikation beinhaltet eine Neuübersetzung des Zyklus „Thanksgiving for a Habitat“ (1965), in dem Auden jedem Raum seines Hauses in Kirchstetten ein Gedicht gewidmet hat. Für die Übertragung konnte mit Uljana Wolf eine der renommiertesten Dichterinnen und Übersetzerinnen der deutschsprachigen Literaturszene gewonnen werden. Darüber hinaus versammelt der Band Beiträge, die sich mit Audens Beziehung zum Haus, zu Land und Leuten in Kirchstetten und Wien auseinandersetzen. Die Fotografin Carmen Osowski hat die Spuren und Zeichen des Dichters in den vier Wänden seiner Wahlheimat für den Band in einem beeindruckenden Foto-Essay festgehalten.
Essays und Beiträge von W. H. Auden, Andreas Brunner, Timo Frühwirth, Simone Hirth, Erich Klein, Stella Musulin, Helmut Neundlinger und Katharina Strasser.
Andreas Weber / Katharina Strasser (Hg.): Karl Farkas. Einer, der nicht hassen konnte. Literaturedition Niederösterreich 2015. Band 1: Beiträge zu Leben und Werk, 194 Seiten, Band 2: Katalog zur Ausstellung, 134 Seiten. ISBN 978-3-902717-31-3.
Ausgehend von der 2015 in der NÖ Landesbibliothek gezeigten Ausstellung über den Kabarettisten Farkas „Einer, der nicht hassen konnte. Karl Farkas – Emigration und Heimkehr. Dokumente aus dem Literaturarchiv Niederösterreich" dokumentiert ein zweibändiges Werk die Aufarbeitung des Teilnachlasses. Der von Andreas Weber herausgegebenen erste Band thematisiert das berufliche und private Leben von Karl Farkas mit Beiträgen von Josef Hader, Gerhard Zeillinger, Karin Sedlak, Martin Wedl, Oliver Bentz, Margit Schreiner und Erwin Riess, der zweite Band zeigt als Ausstellungskatalog das umfangreiche Material der Sammlung.
Ricarda Denzer, Monika Seidl (Hg.): Silence Turned into Objects. W. H. Auden in Kirchstetten. Literaturedition Niederösterreich 2014. 455 Seiten, Klappenbroschur. ISBN 978-3-902717-21-4.
Der Schriftsteller Wystan Hugh Auden lebte von 1958 bis zu seinem Tod 1973 in Wien während der Sommermonate in Kirchstetten im Wienerwald. Nach seinem Tod erwarb das Land Niederösterreich den in Österreich befindlichen literarischen Teilnachlass und richtete 1995 in seinem Wohnhaus eine Dokumentation zu Auden ein. 2013/14 fand sowohl im Museum als auch im Ort Kirchstetten ein umfangreiches Ausstellungsprojekt statt, das nun durch diese Publikation erweitert wird.
Helmut Neundlinger (Hg.): Bruno Weinhals - Sprachdenker & Geschichtensucher. Beiträge zu Leben und Werk. Literaturedition Niederösterreich 2014. Band 1: Beiträge, 136 Seiten, Band 2: Lyrik, Prosa, Stücke, Fragmente, 260 Seiten, ISBN 978-3-902717-27-6.
Bruno Weinhals geboren 1954 in Horn, verbrachte seine Kindheit in Stockerau, von wo aus er nach der Matura nach Wien übersiedelte, um sein Studium am Dolmetsch-Institut aufzunehmen. Sein Lebenswerk umfasst Lyrik, Prosatexte, Hörspiele, Essays zur Poetik und einige Theaterstücke. Der Nachlass von Bruno Weinhals wurde 2011 von der niederösterreichischen Dokumentationsstelle für Literatur angekauft und 2012 aufgearbeitet.